Die Verringerung von Beständen entlang der Wertschöpfungskette sowie geringe Durchlaufzeiten in Verbindung mit niedrigen Kosten zählen zu den Hauptzielen weltweit agierender Automobilhersteller und -zulieferer, um der zunehmenden Individualisierung der Kundenwünsche gerecht zu werden. Ein probates Mittel zur Realisierung dieser Anforderung ist eine produktionssynchrone Anlieferung und Bereitstellung hochwertiger Bauteile am Einbautakt der Montagelinie.

Bei der Just-in-Time-Belieferung (JIT) werden Teile ohne vorherige Lagerhaltung beim Verbraucher exakt zum benötigten Zeitpunkt am Bedarfsort bereitgestellt, bei der Just-in-Sequence-Belieferung (JIS) zusätzlich in der benötigten Reihenfolge.

Eine JIT-/JIS-Bereitstellung führt zu erhöhten Anforderungen an den Teilefluss vom Lieferanten bis zum Verbraucher und erfordert einen durchgängigen Informationsfluss über alle Wertschöpfungsstufen. Der lückenlose Informationsfluss stellt die Grundlage für den Fertigungszeitpunkt von Bauteilen beim Lieferanten, die Bestimmung von Anliefertermin und -reihenfolge sowie eine Finanzabwicklung dar. Eine präzise Planung des Material- und Informationsflusses ist daher der entscheidende Erfolgsfaktor für die Einführung einer JIT-/JIS-Belieferung. Dies beinhaltet die Auslegung sowohl von Transportkonzepten vom Lieferanten bis zum Verbauort als auch von Behälterkreisläufen. Die Gestaltung des Informationsflusses umfasst die Definition aller notwendigen Informationen sowie die Art und Reihenfolge der Informationsübermittlung zwischen allen Prozessbeteiligten. Dies ergibt ein differenziertes Anforderungsprofil an IT-Systeme.

 

Methoden

Bei der Umstellung bestehender Anlieferkonzepte auf die JIT-/JIS-Strategie sowie bei der Integration neuer Produkte in bereits bestehende JIT-/JIS-Anlieferkonzepte setzen wir zur Analyse der Materialflussprozesse auf die Wertstromanalyse. Entsprechend der Lean-Philosophie nehmen wir mit Prozessexperten aller Wertschöpfungsstufen die gesamte Versorgungskette vom Lieferanten bis zum Kunden auf, analysieren diese und definieren gemeinsam einen Soll-Prozess. Zur lückenlosen Gestaltung des korrespondierenden Informationsflusses setzen wir insbesondere auf den Einsatz von Fluss- und Kontextdiagrammen.

Um Anforderungen an den zukünftigen Soll-Prozess (bspw. Behälterkonzepte, IT-Systeme etc.) zu strukturieren und zu dokumentieren, nutzen wir u. a. Anforderungskataloge. Die Anforderungen sind die Grundlage für die Umsetzung, meist ausformuliert in Lastenheften. Diese bilden damit auch die Basis für eine Testphase und spätere Abnahme.

Gerade der Umsetzungs- und Testphase eines geplanten JIS-Prozesses kommt eine besondere Bedeutung zu, da JIT-/JIS-Prozesse ein hohes Maß an Prozessstabilität erfordern. Um diese Stabilität sicherzustellen, unterstützen wir den Kunden auch bei der Umsetzung des Planungsstandes.

Eine kontinuierliche Projektkoordination und das Lieferantenmanagement sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Realisierung. Unsere Berater arbeiten hierbei eng in interdisziplinären Teams mit Ihren Mitarbeitern sowie den Planungsverantwortlichen der beteiligten Lieferanten zusammen.

 

Referenzprojekte JIT-/JIS-Prozesse

  • Planung der Long-Distance-JIS-Abwicklung bei einem Automobilzulieferer

  • Konzeption und Integrations-Implementierung der JIS-Prozesse (Material- und Informationsflüsse) für eine Kleinserie bei einem Premium-Automobilhersteller

  • Lieferantenkoordination und Anlaufunterstützung für alle JIS-Lieferanten bei einem Premium-Automobilhersteller

Unser Ansprechpartner JIT-/JIS-Prozesse

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